Interview mit einem Kandidaten auf den Oberbürgermeisterposten Solingen

Raoul Brattig im Gespräch

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Bernd Unger mit Raoul Brattig im Gespräch

Im September sind Kommunalwahlen in Nordrhein Westfalen.

Und gerade bei solch Kommunalwahlen werden Themen “vor Ort” von großer Wichtigkeit. Als Unternehmen der Klingenstadt Solingen haben wir uns vorgenommen das Thema Gaming, eSport und die entstehenden Zweige drumherum in ein gewissen Fokus zu rücken.

Aus diesem Grund haben wir den Anlauf unternommen die Kandidaten auf den Oberbürgermeisterposten für ein Gespräch zu gewinnen.

Vorab sei gesagt das wärend der Planung eine Partei Ihren Kandidaten verloren hatte und ein neuen präsentierte. Dieses war aber  außerhalb der dann doch umfangreichen Vorbereitungszeit, und daher nicht mehr möglich.

Erster Gesprächspartner ist gleichzeitig auch einer der jüngsten Kandidaten, Raoul Brattig der für die Freien Demokraten in das Rennen geht. In lockerer Atmosphäre kam man auch schnell in ein interessantes Gespräch über die generellen Chancen der Klingenstadt Solingen und den Schwerpunkten Herrn Brattigs.

Hier wurde schnell klar das gerade die Themen Kinderbetreuung, OGS Plätze und Bildung der folgenden Generationen Ihm sehr am Herzen liegen. Als recht “frischer” Vater sieht Raoul natürlich die Problematik von fehlenden Ganztagsplätzen z.b auf seine Familie ebenso zukommen wie bei vielen hunderten Familien die jedes Jahr immer noch keine Unterbringungen erhalten. Einhergehend ist natürlich auch die digitale Bildung der Kinder ein Punkt der laut Raoul dringend verbessert werden sollte.

Weitere Schwerpunkte sind Lokale Problematiken die der Stadt schon fast Jahrzehnte zu schaffen macht. Die oftmals, auch aus Umweltgesichtspunkten, unzureichende Verkehrsführung und die Situation des ÖPNV. Der FDP Kandidat möchte verhindern das verschiedene Mobilitätskonzepte gegeneinander ausgespielt werden. Das Thema Verkehr beinhaltet auch dem immer noch unzureichenden Anschluss der Stadt Solingen an das Bundesautobahnnetz. Hier möchte er, jeweils mit Expertenteams, offensiver auf die angrenzenden Nachbarstädte zugehen die das Vorhaben immer wieder zunichte macht. Letzter Punkt der unter dem Motto #Solingenkannmehr laufenden Kampagne, ist der schnelle Ausbau einer digitalen Verwaltung. All diese Themen, so predigt Raoul immer wieder, werden aber niemals nur von einer Person und Partei umgesetzt werden können und appelliert an ein “Zusammen” in der Klingenstadt.

Natürlich kam auch das Thema Gaming und eSport auf den Tisch. Alle OB Kandidaten erhalten von uns die gleichen Fragen. Hier der Standpunkt des FDP Herausforderers.

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„Gaming oder eSport, was setzt du damit in Verbindung oder gibt es einen

persönlichen Bezug?“

Für mich ist eSport eine natürliche Entwicklung. Wir alle kennen Brettspiele wie zum Beispiel Schach und niemand diskutiert darüber, dass diese Spiele wirklich anerkannt werden. Mit der Entwicklung der Computer, diese Spiele dann auch digital zu machen und sogar online zu bringen, erscheint für mich nur logisch. Aus diesem Grund verstehe ich auch viele Debatten rund um das Thema Gaming nicht. Gaming oder eSports heißt ja nicht, dass man die klassischen Sportarten abschaffen will, sondern es ist eine mögliche Variante, die jetzt mit der neuen Technik dazu kommt. Ob es einen persönlichen Bezug gibt? Absolut. Ich selbst finde Gaming spannend und spiele selbst. Ich bin sogar schon bei Youtube Channels „aufgetreten“ als Mitspieler. Ein Freund von mir betreibt einen Gaming Channel mit einigen Tausend Abonennten. Das Thema ist auch heute nicht mehr wegzudenken. Was früher Anleitungen in einem Buch waren, das sind heute Youtube Videos und das nicht nur im Bereich Gaming. Es ist eine Möglichkeit, Kontakt mit Menschen aus aller Welt aufzubauen. Ich halte auch per Gaming Kontakt mit Freunden aus ganz Deutschland oder sogar aus Österreich. Und nicht zuletzt hab ich einen persönlichen Bezug zu Gaming, da ich meine Frau bei einem historischen Simulationsspiel kennengelernt habe. Für mich ist Gaming ein fester Bestandteil meines Lebens.

„eSport – Wie stehst du persönlich zu dem Thema an sich?“

Ich denke eSports ist ein riesiges Thema und eine riesige Chance für die Zukunft. In vielen anderen Ländern ist der eSport ja bereits anerkannt. In Korea schon seit Jahrzehnten: Dort gibt es ganze Turniere, die einen ähnlichen Anklang finden wie bei uns eine EM oder WM. Hier in Deutschland und auch hier in Solingen müssen wir das Thema nur endlich mutig angehen. Einzelne Sportvereine haben die Chance ja bereits erkannt, aber an vielen Stellen sträubt man sich noch dagegen – auch hier in Solingen. Wieso kann Solingen nicht zum Hotspot des Gamings in NRW oder ganz Deutschland werden? Die Infrastruktur ist da und das, was fehlt, kann geschaffen werden. Was wir jetzt brauchen, ist ein klares Bekenntnis und eine konsequente Umsetzung. Dann bringen wir nicht nur eSports sondern auch viele neue Firmen mit vielen neuen Ideen nach Solingen.

„Unter einem OB Brattig. Wie kann eine Zukunft der Stadt Solingen mit dem eSport

ausschauen?“

Wieso unterstützen wir Vereine und eSportler nicht darin, zusammenzufinden? Gemeinsam kann daraus eine starke Verbindung mit positiven Effekten für beide Seiten wachsen. Wer gerne Fußball spielt, spielt wahrscheinlich auch gerne Fifa und umgekehrt. Was wir dafür aber vor allem brauchen, ist eine gute Internetverbindung und die ist leider nicht in allen Teilen von Solingen vorhanden. Da müssen wir auch als Stadt unterstützen. Und was ich mir sehr gut vorstellen kann: Warum machen wir nicht eine eSports-Messe hier in Solingen? Die Gamescom zieht Millionen Menschen nach Köln jedes Jahr. Wenn

wir nur einen Bruchteil davon nach Solingen bekommen, dann ist das nicht nur gut für deneSports-Bereich in unserer Stadt sondern auch für Gastronomen, Hotelbetreiber und soViele mehr.Man muss nicht ganz Solingen für eSports umgestalten, aber eine klare Aussage, dassman den eSport unterstützt, und eine konsequente Umsetzung sind das Zeichen, das dereSport braucht, damit jeder weiß: In Solingen, da kann ich als eSportler Zukunft gestalten.

Wir Danken Raoul herzlich für die investierte zeit die nicht selbstverständlich ist im Rahmen eines Wahlkampfs und wünschen alles Gute für seine Zielsetzungen.